Entrückung vor, während oder nach der Trübsal

Unter Christen gibt es verschiedene Ansichten zur Eschatologie, zur Lehre über die letzten Dinge. Zum Postmillenialismus, Amillenialismus und Prämillenialismus verweise ich auf:

http://www.bibel-glaube.de/handbuch_orientierung/Postmillennialismus.html

http://www.bibel-glaube.de/handbuch_orientierung/Amillennialismus.html

http://www.bibel-glaube.de/handbuch_orientierung/Praemillennialismus.html

Im Beitrag zum Prämillenialismus werden die drei unterschiedlichen Ansichten zum Zeitpunkt der Entrückung der Gemeinde Christi erwähnt: Prä-, Medio- und Posttribulationismus. Ebenso wird der Kommentator John F. Walvoord erwähnt, welcher, wie alle Dispensationalisten, die Vorentrückung vertritt, also die Entrückung vor der grossen Trübsal. Die Vertreter dieser Ansicht verteidigen sie i.d.R. vehement; ihre Ohren sind für andere Lösungen verschlossen, möglicherweise, weil biblische Grundlagen fehlen und ihre Argumentation schwach ist, wie hier gezeigt wird:

Hier der Text von Walvoord:

Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi

Die Kreuzigung Jesu Christi und die Auferstehung stehen im Mittelpunkt des christlichen Glaubens. Ohne Kreuzigung keine Vergebung der Schuld. Ohne Auferstehung keine Hoffnung auf ewiges Leben.

Die drei Synoptiker und Johannes beschreiben die Oster-Ereignisse je aus ihrer Sicht. Dabei verweisen sie auf weitere Zeugen. Ihre Berichte sind weitgehend deckungsgleich, was Bibelkritiker veranlasst zu behaupten, sie hätten sich oder einer Ur-Quelle abgeschrieben. Es gibt aber auch deutliche Unterschiede, welche ebenso deutlich gegen die Abschrift-Hypothese sprechen. Seltsamerweise sehen das die Bibelkritiker nicht so, sondern bleiben bei ihrer Spekulation und werten diese Differenzen als zusätzlichen Beweis gegen die Glaubwürdigkeit der Bibel. Schon daran erkennt man, dass es ihnen nicht um sachlich-logische Kritik geht, sondern um irrationale Rechthaberei. Die zwei Hauptdifferenzen betreffen die Schächer am Kreuz und die Frauen und Engel am Grab Jesu.

Aus dem Manuskript Das Prinzip der zwei oder drei Zeugen in der Bibel:

Oster-Chronologie

Gibt es Widersprüche in der Bibel?

Vgl. dazu den Beitrag «Widersprüche in der Bibel?»

Auch die Ereignisse vor und nach der Kreuzigung Jesu Christi werden von den vier Evangelisten so unterschiedlich geschildert, dass ein Abschreiben auszuschliessen ist, sind aber inhaltlich ohne Widerspruch, sondern ergänzend, ergeben ein vierfaches Zeugnis der Vorfälle aus verschiedener Optik und sind deshalb glaubhaft.

Dazu werden in der Osterchronologie die vier Berichte nebeneinander gestellt:

Widersprüche in der Bibel?

Gibt es Widersprüche in der Bibel?

Aus dem Manuskript «Das Prinzip der zwei oder drei Zeugen in der Bibel»:

Gottes Wort kann keine Widersprüche aufweisen. Gott ist ewig, er kann sich nicht selbst widersprechen. Was sich widerspricht, vergeht früher oder später. So ist auch die Bibel in ihrer originalen Fassung irrtumsfrei und widerspruchsfrei.

Die vermeintlichen Unterschiede der Zeugnisse sind viel mehr erstens: Sich ergänzende, d.h. mit unterschiedlichen Elementen derselben Geschichte versehene Erzählungen; z.B. verschiedene Gottesnamen im AT bei derselben Begebenheit für verschiedene Offenbarungen Gottes im Sinne von verschiedenen Aspekten seines Handelns mit oder an den Menschen; oder die verschiedenen Elemente über das Wandeln Jesu auf dem See Genezareth; oder die Äusserungen Jesu am Kreuz in den vier Evangelien.

Und/oder die Unterschiede sind zweitens: Dieselben Elemente derselben Geschichte erkennbar aus verschiedenen Gesichtspunkten und/oder für verschiedene Adressaten erzählt, z.B. der väterliche und mütterliche Stammbaum Jesu im Matthäusevangelium aus jüdischer Sicht – der gesetzliche Vater bestimmt den Stammbaum – und im Lukasevangelium aus griechischer/römischer Sicht – die natürliche, nicht verheiratete Mutter bestimmt den Stammbaum.

Weiter ist zu beachten, dass eine verschiedene Optik desselben Autoren weder ein theologischer Widerspruch noch doppeltes Zeugnis ist, sondern zu ein- und demselben komplexen Zeugnis gehört. Gott lässt sich nicht in unsere eindimensionale Logik und in unsere Kausalitäten einbinden. So kann derselbe Prophet ein- und dasselbe Gericht einmal Gott und das andere Mal Satan zuordnen, da Gott – in unserer Logik schwer nachvollziehbar – auch durch Satan wirkt. Dasselbe Gericht kann zugleich als Gnade bezeugt werden, soweit es nicht Verstockung, sondern Demut und Umkehr bewirkt. Vorweggenommene Gerichte Gottes in dieser Zeit haben also theologisch zwei Seiten: entweder führen sie zur Verstockung oder zur Umkehr. Bei solchen Schriftstellen werden unterschiedliche Optiken über denselben Vorgang von demselben Propheten beschrieben, ohne dass es doppeltes Zeugnis wäre. Doppeltes Zeugnis liegt dagegen vor, wenn dasselbe Gericht noch von einem oder zwei weiteren Propheten angekündigt oder bezeugt wird.

Verwenden zwei erkennbar verschiedene Autoren der Bibel für denselben Sachverhalt eine verschiedene theologische Optik, so handelt es sich um echt doppeltes Zeugnis und hat nicht einfach der eine dem anderen abgeschrieben. Die Optik wurde ja offensichtlich bewusst nicht künstlich in Übereinstimmung gebracht, obschon die Versuchung nach menschlichem Ermessen gross gewesen sein müsste und man dazu auch später noch Jahrhunderte lang Zeit gehabt hätte.

Die Unterschiede des echt doppelten Zeugnisses sollten auf der einen Seite so eindeutig sein, dass die Aussagen erkennbar von verschiedenen Urhebern (Zeugen) stammen, weil man sie beim blossen Kopieren vernünftigerweise so nicht hätte stehen lassen. Auf der anderen Seite dürfen sich die Aussagen inhaltlich nicht widersprechen, sondern nur ergänzen, so dass die eine gemeinsame Grundaussage in sich stimmig ist, ansonsten die Substanz des doppelten Zeugnisses zerstört würde.

Also: Lassen nicht schon mehrere Zeugen oder lässt nicht schon die unterschiedliche Form der Zeugnisse auf verschiedene Quellen schliessen, so sind jedenfalls unterschiedliche inhaltliche Elemente oder Gesichtspunkte innerhalb eines Zeugnisses notwendig zur Erkenntnis der verschiedenen Quellen, auf welche sich der eine Autor stützt. Sie dürfen aber nicht derart sein, dass die Aussagen nicht mehr übereinstimmen können.

Somit gilt: Inhaltliche Unterschiede im Sinne von Ergänzungen untergraben nicht etwa das Doppelzeugnis, sondern sie unterstützen dessen Glaubhaftigkeit, weil so aus zwei verschiedenen Quellen letztlich eine einzige übereinstimmende, wahre Aussage erkennbar wird und ein plumpe Kopie ausgeschlossen werden kann.

Zu beachten sind aber auch ein paar wenige echte inhaltliche Differenzen der verschiedenen Überlieferungen der Bücher der Bibel, welche auf Abschreib- oder Übersetzungsfehler zurückzuführen sind. Die Textforschung deckt solche Übertragungsfehler je länger je besser auf.

Siehe auch weitere Beiträge (Oster-Chronologie etc.).


Der Glaube als Werk Gottes

Der Glaube an Jesus Christus ist das Werk Gottes

Im www.theoblog.de kommt immer wieder einmal die Kontroverse Calvinismus/unfreier Wille/Auswahl Gottes gegen Arminianismus/freier Wille/Heilswahl des Menschen auf.

Unter dem Titel „Warum dankt Paulus Gott für den Glauben?“ vom 6. August 2020 schrieb ich:

„Der Glaube ist nicht nur Geschenk Gottes (welches der alte Adam nicht annehmen kann, weil er nicht aus Gott ist, Jo 8,44+48), sondern auch Gabe, die nicht aus uns ist (Ep 2,8, so auch die Annahme) und: „Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat“ (Jo 6,29).“

J. meinte dazu: „Werke Gottes“ in Jh 6,28, sind nicht Werke, die Gott tut, sondern solche, die er fordert. Folglich gilt dasselbe auch für V. 29.“

Und R. schrieb: „@J…: Würde ich auch so sehen. Ohne Glaube an den Christus ist alles vergebens. Glaube nicht im Sinne von Leistung o. Verdienst, sondern Vertrauen auf den Retter. Nicht auf Gesetzeswerke kommt es an (so die Erwartung in V. 28, sondern auf den Glauben. Gott selbst gibt, was er verlangt. Von daher auch Joh 6,44. Liebe Grüße, R.“

Ausgangspunkt ist die Speisung der Fünftausend am Vortag (Joh. 6,1 ff.), die Suche der Juden und die Aufforderung Jesu, V. 27: «Wirkt nicht (für) die Speise, die vergeht, sondern (für) die Speise, die da bleibt ins ewige Leben, die der Sohn des Menschen Euch geben wird! Denn diesen hat der Vater, Gott, beglaubigt.»

Jesus fordert also zu einem Wirken auf, griech. Medium oder Deponens, d.h. von aussen herangetragen, was mit dem Geben der Speise durch ihn übereinstimmt, wohinter der Vater steht.

In Joh. 6,28 fragen die Juden deshalb zutreffend nach den Werken Gottes, um die es tatsächlich geht, wenn sie ewig «halten» sollen, doch eben nicht nur danach: „Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken?“

Eine sicher ernst gemeinte, aber eben auch zutiefst religiös-fleischliche Frage auf der jüdischen Linie der Aufrichtung der eigenen Gerechtigkeit (Röm. 10,3) auf der Basis des Buchstabens (Gesetz von aussen) durch die eigene Anstrengung für Gott, zu eigenem Ruhm, zur vermeintlichen Selbsterlösung. Die Juden wissen zwar, dass nur die Werke Gottes ewig bleiben und es gilt, diese zu halten, und sie wollen das auch, sie drehen aber die Ausgangslage um: Statt der Gabe Jesu/s stellen sie ihr Tun an den Anfang, weil sie davon ausgehen, Gott wenigstens zum Teil genügen zu können; damit verstossen sie gegen das erste Gebot und halten das Gesetz Gottes gottlos.

Jesus Christus beantwortet fleischliche Fragen niemals fleischlich, sondern er antwortet auf alles aus der göttlichen Perspektive: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh. 10,30). Deshalb kann man von der Frage der Juden in Vers 28 nicht auf seine geistliche Antwort in Vers 29 schliessen, wie man mit Finsternis nicht das Licht erhellen kann, sondern umgekehrt: die Frage wird durch die Antwort entblösst.

Jesus setzt zur menschenzentrierten, religiös-fleischlichen Frage einen geistlichen Kontrapunkt aus der Sicht Gottes. Dieser ist der Ausgangspunkt alles Guten und der Geber der in seiner Kraft zu wirkenden Speise ins ewige Leben. Das Ausgangswerk oder die Ausgangsgabe ist der Sohn, den er gesandt hat und der Glaube an den Sohn, und zwar kein selber angeeigneter Glaube, wie die arminianisch Angehauchten meinen, sondern ein Glaube als Gabe und Werk Gottes, der, in der Stellung und Haltung der Demut und Dankbarkeit, als Geschenk erkannt wird und der Frucht (Speise) ins ewige Leben umfasst, so man darin bleibt (Joh. 15,1 ff.).

Die Verse 28 und 29 sind schärfer als mit einem zweischneidigen Schwert (Heb. 4,12) zu trennen, und es gilt zu unterscheiden zwischen fleischlicher und geistlicher Gesinnung, zwischen denen, die aus sich selbst sind und denen, die aus Gott sind. Nur wer aus Gott ist, kann die Worte Gottes hören (Joh. 8,47).

Bei der Unterscheidung von Werken «aus Gott» oder «aus dem Menschen» handelt es sich nicht um eine faktische, denn aus Gott ist, was aus Gott ist, sondern es handelt sich um eine Frage der Erkenntnis und der Haltung, ob man (reformatorisch gesinnt) bereit ist, alles Gute als Gabe Gottes anzuerkennen und anzunehmen und alles, was aus dem Menschen ist, als böse bekennt und ablehnt, samt dem eigenen Leben (Matth. 16,14). Hier geht’s nicht um teils teils, sondern um alles, kein grau, sondern entweder Licht oder Finsternis, nicht um ein wenig Reue, sondern um Sterben und neu auferstehen.

Der alte Adam kann an Jesus glauben, weil er einen Nutzen für sich sieht; er hängt sich an den Baum des Lebens und möchte seine Früchte geniessen, nicht aber das Kreuz auf sich nehmen; er will den direkten Weg in den Himmel, ohne zu sterben. Ist der Glaube aber nicht aus Gott, kann er unmöglich Früchte der Ewigkeit tragen. Ein Evangelium ohne Kreuz (wie es heute weit verbreitet ist), lässt den alten Adam nicht sterben, es gibt keine echte Busse, keine Selbstverleugnung, keine echte Nachfolge Christi.

Das Gute ist das Gott Wohlgefällige, das aus und in Gott gewirkt ist, was er auch in seinem Gesetz ausgedrückt hat, welches nicht vergeht und dessen Erfüllung nur in Christus möglich ist (Joh. 15,9 ff.), womit das äussere Gesetz zu Ende ist, das innere aber aufgerichtet wird (Röm. 3,31, Gal. 2,16 richtig übersetzt mit «wenn nicht» oder «ausser»), sodass die Gebote nicht mehr schwer sind (1. Joh. 5,3), sondern Lust und Freude (Psalm 119, 69, 70, 97 etc.).

Die fehlende Unterscheidungsfähigkeit der Christenheit zeigt sich auch an der Wiedergabe von Joh. 6,29 durch moderne, menschenzentrierte Bibelübertragungen. Zur Übersetzung dieser Stelle ein Beitrag von Benedikt Peters im Sonderband des Bibelbundes Schweiz zum 15-jährigen Bestehen, S. 150 f:

»Joh 6,29 übersetzt Luther: „Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.“ – Hier übersetzt er die griechische Genitivverbindung direkt ins Deutsche. Damit lässt er beide Möglichkeiten offen, wie es der Urtext tut: „Werk Gottes“ kann als <Genitiv des Subjekts> aufgefasst werden mit der Bedeutung: „das Werk, das Gott tut“; es kann auch als <Genititv des Objekts> verstanden werden mit der Bedeutung: „das Werk, das Gott verlangt“. Hfa überträgt die Aussage im anthropozentrischen Sinn: „Nur eines erwartet Gott von euch: Ihr sollt an den glauben, den er gesandt hat.“ Aus dem Werk, das Gott wirkt (Glauben), wird eine Forderung, die der Mensch erfüllen soll.«

Also: Das Werk Gottes kann aus dem Griechischen als Werk von Gott an uns und als unser Werk, das Gott verlangt bzw. das Werk für Gott übersetzt werden. Beides stimmt grammatikalisch. Die Frage ist: Was stimmt geistlich?

  1. Wenn der (wahre) Glaube an Jesus Christus von Gott gewirkt ist, dann hat der Mensch diesen Glauben nicht mehr selber in der Hand. Wenn der Mensch aber nicht zuerst selber entscheidet, ob er an Christus glaubt oder nicht, dann entscheidet er auch nicht selber über die Annahme oder Verwerfung des Heils. Es geht hier also um die Kontroverse unfreier Wille oder freier Wille und: Auserwählung Gottes oder Heilswahl des Menschen.
  2. Lässt man die erste Möglichkeit weg, bleibt nur noch die andere Aussage: Dies ist das Werk, das Gott verlangt, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Damit ist der Glaube jedoch nach den Worten Jesu eindeutig ein Werk. Weil Paulus aber so deutlich schreibt, dass man nicht aus Werken, sondern durch Glauben gerechtfertigt wird (z.B. Röm. 3,28; 11,6; Eph. 2,9; Gal. 2,16 falsch übersetzt mit «sondern nur»), kann nicht sein, was Christus gesagt und der Heilige Geist bezeugt hat. Viele, besonders moderne Bibelübertragungen, gehen von der fleischlichen Variante von Joh. 6,29 im Sinne einer anthropozentrischen Antwort auf eine anthropozentrische Frage aus, blenden aber trotzdem den Glauben als Werk an dieser Stelle einfach aus, obschon es da so steht.

Die Fleischlichkeit wird mit einer Scheingeistlichkeit übertüncht, indem man es vermeidet, im Zusammenhang mit dem Glauben von einem Werk oder Werken zu sprechen, weil man in reformatorischer Tradition (inklusive arminianisch evangelikaler Richtung) nicht zwischen Gesetzeswerken (aus sich selbst) und Glaubenswerken (aus Gott), nicht zwischen Gerechtsprechung und Gerechtmachung (Heiligung), nicht zwischen juristischer Rechtfertigung und tatsächlicher, wirksamer Rechtfertigung unterscheidet. Nur weil man freigesprochen ist, ist man noch nicht frei; der Freispruch muss vollzogen werden, dafür muss man noch etwas tun bzw. bewirken.

So stark ist die Tradition und die generelle Ablehnung der Werke zur Erfüllung des Gesetzes als Heilsvoraussetzung, dass man nicht erkennen will, dass Paulus mit Gesetzeswerken nicht das Gesetz verwirft (das wäre gegen Christus), sondern nur die Einhaltung des Gesetzes aus eigener Kraft verwirft, zu eigenem Ruhm, zur eigenen Gerechtigkeit, zur Selbsterlösung. So wirft er den Juden, die nicht über die fleischliche Frage von Joh. 6,28 hinausgekommen sind, vor, ihre eigene Gerechtigkeit aufrichten zu wollen und sich nicht der Gerechtigkeit Gottes zu unterwerfen (Röm. 10,3), ein Verstoss gegen das erste Gebot.

Die Glaubenswerke dagegen gehören zum Glauben (Jak. 2,14 ff), welcher ohne die Werke tot ist (so auch Joh. 15,2) und welcher, geistlich erkannt, selber das Werk Gottes an uns ist. Diese Werke sind aus Gott. Dieser und nur dieser Glaube ist eine Gabe, ein Geschenk Gottes, welcher mit seinen Werken zusammen vollkommen ist (Jak. 1,17 und 2,22).

Soll das Werk in Joh. 6,29 beides sein, also das Werk Gottes an uns wie auch unser Werk für Gott, dann kann dieser Glaube an Christus auf keinen Fall aus dem Menschen selber, d.h. aus dem alten Adam und aus (gott-) freiem Willen (Joh. 1,13) sein, denn das wäre ein fleischliches Werk zur eigenen Gerechtigkeit im Sinne von Vers 28 (es gibt solchen Glauben, vgl. etwa Matth. 7,21); sondern es muss ein Werk aus dem Vater im Werk des Vaters sein, der zu Christus zieht (Joh. 6,44), so Eph. 2,8-10:

„Denn aus Gnade sei ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“

Meint Joh. 6,29 (griechisch möglich) also beides, der Glaube an den Sohn ist das Werk des Vaters für uns wie auch unser Werk für den Vater, dann geht ersteres immer voraus und ist immer grösser als letzteres, umfasst es also, und letzteres ist immer aus dem ersten und im ersten.

Wir müssen uns immer wieder fragen, ob wir mehr an unseren Glauben glauben oder an Gott? Kommen wir dereinst in den Himmel und sagen: „Gott, ich habe Dir geglaubt, dafür bekomme ich das ewige Leben.“ Oder sagen wir: „Vater, danke, dass Du mir den Glauben an den Sohn und das ewige Leben geschenkt hast“?

Der Glaube an den Sohn Gottes ist von Gott gewirkt: Er zieht uns zum Sohn, übergibt uns dem Sohn, Er schafft in uns ein neues Herz (Luk. 8,15: der gute Boden ist zuerst da!), welches das Wort Gottes aufnehmen kann, sodass es Frucht bringt (Joh. 15,1-8), das sind die Glaubenswerke, was wiederum die Erfüllung des Gesetzes ist (Joh. 15,9-17; Gal. 5,14), was unsere Gerechtmachung und Heiligung durch Gott ist, deren Ende ewiges Leben ist (Röm. 6,22 f.).

Der Glaube selber ist tatsächlich ein Werk, wenn man ihn so umfassend versteht wie Jakobus (Jak. 2, 14 ff) – und Paulus (Gal. 5,6) und Christus (Matth. 7,24 ff.). Die Glaubenswerke gehören begriffsnotwendig zum wahren Glauben. Entscheidend ist: Gott geht in allen guten Werken immer voran! Wir folgen glaubend. Nur wo Gott vorangeht, ist Licht, Wahrheit und Leben. Wo der Mensch vorangeht, ist Finsternis, Sünde und Tod. Das gilt selbst für den selbsterwählten Glauben an Christus.

Kindertaufe oder Erwachsenentaufe?

Für viele überzeugte Christen ist die Säuglingstaufe ein rotes Tuch. Man kann nicht darüber reden. Die Ohren sind zu. Auch für das Wort Gottes. Bei der Taufe steht oft der Täufling im Vordergrund statt der für Gott Taufende und damit Gott. Hier ein Versuch, die Ohren zu öffnen:

Zufall oder Gott?

Man muss sich entscheiden.

Gott oder Zufall I –Theismus – Deismus – Atheismus

„Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn sein unsichtbares (Wesen), sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien; weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde. Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes verwandelt in das Gleichnis eines Bildes vom vergänglichen Menschen und von Vögeln und von vierfüssigen und kriechenden Tieren“ (Röm. 1,18-21).

Charles Darwin war Kandidat der anglikanischen Priesterweihe, als er seine Reise mit der „Beagle“ unternommen hatte. In seinem 1859 veröffentlichten Werk „Die Entstehung der Arten“ führte er aus:

„Es ist wahrlich etwas Erhabenes um die Auffassung, dass der Schöpfer den Keim alles Lebens, das uns umgibt, nur wenigen oder gar nur einer einzigen Form eingehaucht hat und dass, während sich unsere Erde nach den Gesetzen der Schwerkraft im Kreis bewegt, aus einem so schlichten Anfang eine unendliche Zahl der schönsten und wunderbarsten Formen entstand und noch weiter entsteht“ (Charles Darwin, Die Entstehung der Arten, übersetzt von Carl W. Neumann, Nikol Verlag Hamburg, 2004, S. 678).

Darwin bezeichnete sich offenbar nie als Atheisten. Was er mit Unglauben (d.i. der Glaube, etwas Behauptetes sei nicht wahr) ablehnte, ist die Offenbarung Gottes durch die Bibel und damit einen heiligen, allmächtigen und strafenden Gott.

Wie viele „Gute“ und „Gerechte“, konnte Darwin das Leid und das Böse auf Erden nicht mit einem allmächtigen und gütigen Schöpfergott in Verbindung bringen und lehnte insbesondere den zornigen Gott des AT ab (Theodizee-Problem).

Ausgangspunkt aller Fragen um die wahre Erkenntnis Gottes ist die Annahme oder Ablehnung seines Wortes, der Bibel. Denn nur Gott als der Grössere kann sich dem Menschen als dem Kleineren richtig offenbaren und diesem durch seinen Geist die Erkenntnis der Wahrheit und das richtige Verständnis für die Realität geben. Das wusste schon der Vater der Lüge, als er Gottes Wort infrage stellte (1. Mose 3,1): „Hat Gott wirklich gesagt …?“

Da gemäss seinem Wort Gott in Person der einzige Gute ist (Matth. 19,17) und da nur Gott sich selber gerecht werden kann und alle Menschen ihm durch die Sünde (Abfall von Gott durch Selbstüberhöhung) nicht mehr gerecht werden und deshalb nichts Gutes mehr tun können (Röm. 3,10-12), ist der Zorn Gottes über ihnen gerecht und gut und bestätigen die Menschen, die diesen Zorn und damit Gottes Urteil und damit Gott ablehnen, das Urteil.

Das ist nicht nur AT, sondern auch NT, Joh. 3,36: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“

Wahre Erkenntnis Gottes erfordert Selbsterniedrigung – die Abkehr von der Selbsterhöhung. Gottes Wort zu glauben, ist die Demut, sich einzugestehen, dass Gott es besser weiss.

Der Mensch als eingesetzter Herrscher der Schöpfung missachtete Gottes Gebot/Wort. Er macht Gott seither den Vorwurf, dass er das und die Folgen zugelassen und uns nicht besser vor uns selber geschützt hat. Kann er Gott nicht mit dem Leid auf Erden in Verbindung bringen, geht es ihm also in Wirklichkeit nicht um die Rechtfertigung Gottes (Theodizee), sondern um die Selbstrechtfertigung (Autodizee).

Gerade der christlich-religiöse Mensch will die Bedeutung des Abfalls von Gott trickreich vertuschen, indem er Gott dogmatisch soweit entmachtet und erniedrigt, dass die Ab-Fall-Höhe von ihm kaum der Rede wert und man mit etwas Ritual und „guten“ Werken wieder auf gleicher Augenhöhe ist. Der besonders „Gute“ und „Gerechte“ erhöht sich selbst gar soweit, dass er Gott die „wahren“ Leviten lesen und ihm zeigen kann, wie er tatsächlich zu sein hat, damit er dem Menschen gerecht wird.

Deshalb missachtet ein solcher auch das Rettungswort desselben liebenden, langmütigen und gütigen Gottes: der Mensch gewordene Gottessohn, der gekreuzigte und auferstandene Jesus Christus.

Als „Gerechter“, in Wirklichkeit: Selbstgerechter, hat der Mensch das nicht nötig, ja, ist es ein Skandal und eine Torheit in seinen „gütigen“ und „weisen“ Augen. Wer will schon die grausame Bestrafung von Gottes Sohn für die Sünde der Welt, wenn diese doch gar nicht so schlimm ist? Von Gott abzufallen ist doch gut, wenn man gerechter als er ist und ihm aufzeigen kann, wie er zu sein hat und weshalb sein Wort da und dort nicht stimmen kann.

Gott ist deshalb zu Recht zornig gegen seine hochmütigen Geschöpfe. Sie haben die Lebensleine gekappt und meinen, sie könnten ohne ihn, ja gegen ihn leben. Dabei dürften sie seither gar nicht mehr existieren. In ihrer Selbstgefälligkeit verdrängen sie, dass Gott selbst allen Leben und Odem und alles gibt (Apg. 17,25).

Es ist, als ob der Todgeweihte auf dem Sterbebett ständig am Sauerstoffschlauch herumzerrt und meint, er könne ein Ende in seine Nase und das andere in den Mund stecken und so leben, um dann dem Arzt, der den Schlauch immer wieder richtig anschliesst, mit frischer Luft zu fluchen.

Das Leid der Welt ist nur konsequent und gerecht. Dass die Menschen Böses und Gutes, Leid und Freude überhaupt noch erfahren dürfen, ist nur der Langmut und Gnade Gottes zu verdanken. Dabei kann nur das Leid die Einsicht bringen, dass der Zustand des Abfalls von Gott böse ist und nicht ewig andauern wird. Und nur Leid, dass eindeutig ausserhalb des vermeintlichen Machtbereichs des Menschen entsteht, wie etwa ein weltweit grassierendes Virus, kann Einsicht geben, dass der Mensch rein gar nichts im Griff hat.

Wer mit diesem Gott, der von den Menschen Rechenschaft verlangen wird und sie durch das Leid in der abgefallenen Welt daran erinnert, dass einfach alles von ihm abhängig ist, nicht zurechtkommt, der bastelt sich einen eigenen Gott, in christlichen Kreisen i.d.R. indem die Bibel zerschnitten und davon weggetan wird, was nicht ins eigene Gottesbild passt und – durch Aus-, in Wirklichkeit: Einlegung (Eisegese) – dazugetan wird, was man sich vorstellt.

Die Er-Lösung auch Darwins aus dem Dilemma, an einen Gott zu glauben, ihn jedoch nicht mit dem Leid auf Erden in Verbindung zu bringen und die Fall-Höhe von ihm zu beschränken, ist der Deismus: Gott wird als Erstursache betrachtet, die vor langer, langer Zeit ein Urwesen schaffte und die Welten-Uhr aufzog und sie dann nach eigenen Gesetzen laufen liess, ohne sich weiter einzumischen. Ein Gott im Réduit, während draussen der tägliche Kampf ums Überleben tobt.

Der Deismus jeglicher Ausprägung ist nichts anderes als die – oft gutgemeinte – dogmatische bzw. religiös-theoretische Entmachtung Gottes. Theoretisch, weil Gott in Wirklichkeit nicht entmachtet werden kann, nur weil der Mensch das wünscht. Religiös, weil die Schöpfung zu deutlich für einen Gott spricht und man sich absichernd eine Art Gottesverehrung bewahren will, jedoch eine autonome, nach eigener Vorstellung.

Nun entsteht aber – einmal abgesehen von der Frage der Erlösung von dem Bösen, das ist die Abkehr von Gott in Selbsterhöhung – mit der theoretischen Entmachtung des Schöpfers und Erhalters der Schöpfung und dessen Herabsetzung auf die Stufe eines deistischen „Gottes“ ein dogmatisches Machtvakuum, welches theoretisch mit einer anderen Kraft bzw. Ursache für das Existierende, insbesondere das Lebendige gefüllt werden muss.

Weil Darwin den allmächtigen Gott der Bibel ablehnte, musste er auch dessen aus der Natur erkennbare ewige Kraft leugnen, mit welcher er durch sein Wort die Welt trägt (Heb. 1,2-3), und verlegte diese Kraft in die Natur selber, in die vierfüssigen und kriechenden Tiere.

Darwin schloss von der Veränderung domestizierter Tiere, wie etwa den Hunden, durch Zuchtwahl (bewusste Züchtung bestimmter Eigenschaften durch den Menschen) auf deren Variabilität/Veränderbarkeit und u.a. von den unterschiedlichen Schnäbeln der Finken auf die „unbewusste Zuchtwahl“ (ein Widerspruch in sich) bzw. die „natürliche Zuchtwahl“ aufgrund des Überlebens des Tüchtigeren infolge besserer „Angepasstheit“ an veränderte natürliche Umstände (Naturreligion, atheistisch extrapoliert: Naturalismus, Materialismus).

Die Beobachtung der Veränderung (ohne Kenntnis der Ursache) war und ist korrekt, geht aber bis heute nicht weiter als bis zur Spezialisierung innerhalb einer bestehenden Art und ist – bei genauem Hinsehen und nach heutiger Kenntnis – keine Höher-, sondern eine Tieferentwicklung mit Genpoolverarmung bzw. Degeneration (Mikroevolution). Man kann Hunde überzüchten, nie aber werden daraus Katzen.

Darwin überschritt die Grenze des Wissens (Sehens, Empirie) und stellte im Bereich des Glaubens seine These auf, als er die beobachtbare Variabilität der Tiere im Sinne der Abstammungslehre (Deszendenzlehre, Makroevolution) unendlich weit über die Artgrenze hinaus propagierte, wonach aus einer einzigen Urform, welcher Gott das Leben eingehaucht hatte (a.a.O. S. 678), sich durch das Gesetz des Stärkeren alle Lebewesen entwickelt haben sollen. Dabei gab er selber zu, dass die geologischen Urkunden „viel unvollständiger sind, als man gewöhnlich glaubt“ (a.a.O. S. 231) und Zwischenvarietäten fehlten (S. 428 ff.). Das ist bis heute so.

Darwin hat mit der These der „natürlichen Zuchtwahl“ als Ursache der Erschaffung aller Arten die Natur zum Teil-Gott gemacht und den Schöpfer als Rumpf-Gott stehen gelassen. Deismus eben, dogmatische Entmachtung Gottes.

Die Evolutionsthese der Abstammung aller Lebewesen aufgrund natürlicher Zuchtwahl wurde von ihm in zwei Faktoren unterteilt: Das Gesetz des Stärkeren oder Tüchtigeren (survival of the fittest) sorgt für die Erhaltung bestimmter, günstiger Merkmale der Lebewesen, die der Umwelt angepasster waren. Die Entstehung dieser Merkmale wie auch unzähliger ungünstigerer als Ausschuss, also die eigentliche Veränderung der Art, muss dieser „Auswahl“ aber vorgehen.

Wie also entstanden neue Merkmale, die dann der Umwelt zur Selektion ausgesetzt waren?

Im Gegensatz zu Darwin kennt man heute die Lebewesen bis hinein in ihr Erbgut, welches als „Programm“ ihrer Gestaltung in jeder einzelnen Zelle gespeichert und mit jeder Zellteilung neu „kopiert“ wird; und man weiss, dass es bei diesem Kopiervorgang zu Fehlern im Erbgut kommt, zu Gen-Mutationen, die in aller Regel beim weiteren Kopieren ausgemerzt, in ganz seltenen Fällen aber bestehen bleiben.

Theistische Evolutionisten, die Deismus vermeiden, die Allmacht Gottes verteidigen möchten, meinen heute, Gott habe bei der Makroevolution die Finger im Spiel und sei treibende Kraft der kleinen Veränderungen der Lebewesen mittels Gen-Mutationen, die über Jahrmillionen aufgrund der – auch von Gott gelenkten – Umweltveränderungen in neue Arten ausarten. Ein Gott des trial and error also, mit Milliardenausschuss an Lebewesen, die nicht fit genug waren.

Darwin wollte keinen fehlbaren Gott mit dieser Verantwortung. Doch wenn nicht Gott, welche andere Kraft oder Ursache soll für die Veränderung der Lebewesen zwecks Auswahl der Tüchtigsten und Ausschuss aller andern verantwortlich sein?

Seine Antwort gilt für alle Evolutionisten bis heute: Zufall. Plus Zeit.

In der Evolutionslehre zur Abstammungs-These (Makroevolution), die Darwin in seinem Kopf noch als deistische Variante entwickelte, legen die nun atheistischen Materialisten die Entstehung des Lebens, welches man nicht definieren kann, zeitlich so weit in die Vergangenheit zurück, dass kein Mensch dies je erforschen kann und „alles“ möglich erscheint; oder, wenn man merkt, dass selbst 4,5 Mia. Jahre auf Erden aufgrund ihrer Komplexität nicht zur „zufälligen“ Entstehung auch nur einer einzigen Zelle genügen, so verlegt man die Entstehung des Lebens flugs soweit ins Weltall hinaus, dass man erst gar nicht mehr ans Erforschen denkt. Und genügt ein Welt-All nicht, dann denkt man sich einfach weitere aus, Logik hin oder her. Und der unbekannten Gen-Mutationen sind ja seit Entstehung der Welt-„Alle“ so viele, dass es schon irgendwann stimmen wird – in ferner Zukunft.

Moderne Evolutionisten gehen sodann davon aus, dass die zufälligen Mutationen im Erbgut, die beim Weiterkopieren zufällig nicht ausgemerzt werden, also die doppelt zufällig bleibenden Fehler des „Kopierens“ des Erbguts, die Veränderung der Form der Lebewesen bewirken, welche dann dem Jahrmillionen langen halb notwendigen, halb zufälligen Selektionsprozess durch die zufällig veränderte Umwelt ausgesetzt sind. So soll aus einem Bein ein Flügel entstanden sein …

Was aber bedeutet Zufall?

Dazu Darwin selbst (Charles Darwin, Die Entstehung der Arten, übersetzt von Carl W. Neumann, Nikol Verlag Hamburg, 2004, S. 188):

«Ich habe bis jetzt das Wort ‹Zufall› gebraucht, wenn von Veränderungen die Rede war, die bei organischen Wesen im Zustand der Domestikation häufiger und bei solchen im Naturzustand seltener auftreten. Das Wort ‹Zufall› ist natürlich keine richtige Bezeichnung, aber sie lässt wenigstens unsere Unkenntnis der Ursachen besonderer Veränderungen durchblicken.»

Zufall ist somit nichts anderes als Gehaltlosigkeit, Gesetzlosigkeit, Unüberprüfbarkeit: kaschiertes Unwissen, Torheit. Leere statt Gott, Finsternis statt Licht.

Alles, auch das kaschierte Unwissen, bleibt Dogmatik im Sinne der Gegen-Lehre zur Bibel und hat mit der Realität und der Wahrheit nichts zu tun, sondern soll diese verschleiern und ersetzen. Zur Erinnerung: Gott darf nicht sein, jedenfalls nicht so, wie er sich in der Bibel offenbart. „Hat Gott wirklich gesagt …?“

Die hier aufgezeigten Methoden der dogmatischen Entmachtung Gottes spielen in verschiedenen Bereichen sogar weit in überzeugte christliche Kreise hinein. Doch dazu ein andermal.