Zufall oder Gott?

Man muss sich entscheiden.

Gott oder Zufall I –Theismus – Deismus – Atheismus

„Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn sein unsichtbares (Wesen), sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien; weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde. Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes verwandelt in das Gleichnis eines Bildes vom vergänglichen Menschen und von Vögeln und von vierfüssigen und kriechenden Tieren“ (Röm. 1,18-21).

Charles Darwin war Kandidat der anglikanischen Priesterweihe, als er seine Reise mit der „Beagle“ unternommen hatte. In seinem 1859 veröffentlichten Werk „Die Entstehung der Arten“ führte er aus:

„Es ist wahrlich etwas Erhabenes um die Auffassung, dass der Schöpfer den Keim alles Lebens, das uns umgibt, nur wenigen oder gar nur einer einzigen Form eingehaucht hat und dass, während sich unsere Erde nach den Gesetzen der Schwerkraft im Kreis bewegt, aus einem so schlichten Anfang eine unendliche Zahl der schönsten und wunderbarsten Formen entstand und noch weiter entsteht“ (Charles Darwin, Die Entstehung der Arten, übersetzt von Carl W. Neumann, Nikol Verlag Hamburg, 2004, S. 678).

Darwin bezeichnete sich offenbar nie als Atheisten. Was er mit Unglauben (d.i. der Glaube, etwas Behauptetes sei nicht wahr) ablehnte, ist die Offenbarung Gottes durch die Bibel und damit einen heiligen, allmächtigen und strafenden Gott.

Wie viele „Gute“ und „Gerechte“, konnte Darwin das Leid und das Böse auf Erden nicht mit einem allmächtigen und gütigen Schöpfergott in Verbindung bringen und lehnte insbesondere den zornigen Gott des AT ab (Theodizee-Problem).

Ausgangspunkt aller Fragen um die wahre Erkenntnis Gottes ist die Annahme oder Ablehnung seines Wortes, der Bibel. Denn nur Gott als der Grössere kann sich dem Menschen als dem Kleineren richtig offenbaren und diesem durch seinen Geist die Erkenntnis der Wahrheit und das richtige Verständnis für die Realität geben. Das wusste schon der Vater der Lüge, als er Gottes Wort infrage stellte (1. Mose 3,1): „Hat Gott wirklich gesagt …?“

Da gemäss seinem Wort Gott in Person der einzige Gute ist (Matth. 19,17) und da nur Gott sich selber gerecht werden kann und alle Menschen ihm durch die Sünde (Abfall von Gott durch Selbstüberhöhung) nicht mehr gerecht werden und deshalb nichts Gutes mehr tun können (Röm. 3,10-12), ist der Zorn Gottes über ihnen gerecht und gut und bestätigen die Menschen, die diesen Zorn und damit Gottes Urteil und damit Gott ablehnen, das Urteil.

Das ist nicht nur AT, sondern auch NT, Joh. 3,36: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“

Wahre Erkenntnis Gottes erfordert Selbsterniedrigung – die Abkehr von der Selbsterhöhung. Gottes Wort zu glauben, ist die Demut, sich einzugestehen, dass Gott es besser weiss.

Der Mensch als eingesetzter Herrscher der Schöpfung missachtete Gottes Gebot/Wort. Er macht Gott seither den Vorwurf, dass er das und die Folgen zugelassen und uns nicht besser vor uns selber geschützt hat. Kann er Gott nicht mit dem Leid auf Erden in Verbindung bringen, geht es ihm also in Wirklichkeit nicht um die Rechtfertigung Gottes (Theodizee), sondern um die Selbstrechtfertigung (Autodizee).

Gerade der christlich-religiöse Mensch will die Bedeutung des Abfalls von Gott trickreich vertuschen, indem er Gott dogmatisch soweit entmachtet und erniedrigt, dass die Ab-Fall-Höhe von ihm kaum der Rede wert und man mit etwas Ritual und „guten“ Werken wieder auf gleicher Augenhöhe ist. Der besonders „Gute“ und „Gerechte“ erhöht sich selbst gar soweit, dass er Gott die „wahren“ Leviten lesen und ihm zeigen kann, wie er tatsächlich zu sein hat, damit er dem Menschen gerecht wird.

Deshalb missachtet ein solcher auch das Rettungswort desselben liebenden, langmütigen und gütigen Gottes: der Mensch gewordene Gottessohn, der gekreuzigte und auferstandene Jesus Christus.

Als „Gerechter“, in Wirklichkeit: Selbstgerechter, hat der Mensch das nicht nötig, ja, ist es ein Skandal und eine Torheit in seinen „gütigen“ und „weisen“ Augen. Wer will schon die grausame Bestrafung von Gottes Sohn für die Sünde der Welt, wenn diese doch gar nicht so schlimm ist? Von Gott abzufallen ist doch gut, wenn man gerechter als er ist und ihm aufzeigen kann, wie er zu sein hat und weshalb sein Wort da und dort nicht stimmen kann.

Gott ist deshalb zu Recht zornig gegen seine hochmütigen Geschöpfe. Sie haben die Lebensleine gekappt und meinen, sie könnten ohne ihn, ja gegen ihn leben. Dabei dürften sie seither gar nicht mehr existieren. In ihrer Selbstgefälligkeit verdrängen sie, dass Gott selbst allen Leben und Odem und alles gibt (Apg. 17,25).

Es ist, als ob der Todgeweihte auf dem Sterbebett ständig am Sauerstoffschlauch herumzerrt und meint, er könne ein Ende in seine Nase und das andere in den Mund stecken und so leben, um dann dem Arzt, der den Schlauch immer wieder richtig anschliesst, mit frischer Luft zu fluchen.

Das Leid der Welt ist nur konsequent und gerecht. Dass die Menschen Böses und Gutes, Leid und Freude überhaupt noch erfahren dürfen, ist nur der Langmut und Gnade Gottes zu verdanken. Dabei kann nur das Leid die Einsicht bringen, dass der Zustand des Abfalls von Gott böse ist und nicht ewig andauern wird. Und nur Leid, dass eindeutig ausserhalb des vermeintlichen Machtbereichs des Menschen entsteht, wie etwa ein weltweit grassierendes Virus, kann Einsicht geben, dass der Mensch rein gar nichts im Griff hat.

Wer mit diesem Gott, der von den Menschen Rechenschaft verlangen wird und sie durch das Leid in der abgefallenen Welt daran erinnert, dass einfach alles von ihm abhängig ist, nicht zurechtkommt, der bastelt sich einen eigenen Gott, in christlichen Kreisen i.d.R. indem die Bibel zerschnitten und davon weggetan wird, was nicht ins eigene Gottesbild passt und – durch Aus-, in Wirklichkeit: Einlegung (Eisegese) – dazugetan wird, was man sich vorstellt.

Die Er-Lösung auch Darwins aus dem Dilemma, an einen Gott zu glauben, ihn jedoch nicht mit dem Leid auf Erden in Verbindung zu bringen und die Fall-Höhe von ihm zu beschränken, ist der Deismus: Gott wird als Erstursache betrachtet, die vor langer, langer Zeit ein Urwesen schaffte und die Welten-Uhr aufzog und sie dann nach eigenen Gesetzen laufen liess, ohne sich weiter einzumischen. Ein Gott im Réduit, während draussen der tägliche Kampf ums Überleben tobt.

Der Deismus jeglicher Ausprägung ist nichts anderes als die – oft gutgemeinte – dogmatische bzw. religiös-theoretische Entmachtung Gottes. Theoretisch, weil Gott in Wirklichkeit nicht entmachtet werden kann, nur weil der Mensch das wünscht. Religiös, weil die Schöpfung zu deutlich für einen Gott spricht und man sich absichernd eine Art Gottesverehrung bewahren will, jedoch eine autonome, nach eigener Vorstellung.

Nun entsteht aber – einmal abgesehen von der Frage der Erlösung von dem Bösen, das ist die Abkehr von Gott in Selbsterhöhung – mit der theoretischen Entmachtung des Schöpfers und Erhalters der Schöpfung und dessen Herabsetzung auf die Stufe eines deistischen „Gottes“ ein dogmatisches Machtvakuum, welches theoretisch mit einer anderen Kraft bzw. Ursache für das Existierende, insbesondere das Lebendige gefüllt werden muss.

Weil Darwin den allmächtigen Gott der Bibel ablehnte, musste er auch dessen aus der Natur erkennbare ewige Kraft leugnen, mit welcher er durch sein Wort die Welt trägt (Heb. 1,2-3), und verlegte diese Kraft in die Natur selber, in die vierfüssigen und kriechenden Tiere.

Darwin schloss von der Veränderung domestizierter Tiere, wie etwa den Hunden, durch Zuchtwahl (bewusste Züchtung bestimmter Eigenschaften durch den Menschen) auf deren Variabilität/Veränderbarkeit und u.a. von den unterschiedlichen Schnäbeln der Finken auf die „unbewusste Zuchtwahl“ (ein Widerspruch in sich) bzw. die „natürliche Zuchtwahl“ aufgrund des Überlebens des Tüchtigeren infolge besserer „Angepasstheit“ an veränderte natürliche Umstände (Naturreligion, atheistisch extrapoliert: Naturalismus, Materialismus).

Die Beobachtung der Veränderung (ohne Kenntnis der Ursache) war und ist korrekt, geht aber bis heute nicht weiter als bis zur Spezialisierung innerhalb einer bestehenden Art und ist – bei genauem Hinsehen und nach heutiger Kenntnis – keine Höher-, sondern eine Tieferentwicklung mit Genpoolverarmung bzw. Degeneration (Mikroevolution). Man kann Hunde überzüchten, nie aber werden daraus Katzen.

Darwin überschritt die Grenze des Wissens (Sehens, Empirie) und stellte im Bereich des Glaubens seine These auf, als er die beobachtbare Variabilität der Tiere im Sinne der Abstammungslehre (Deszendenzlehre, Makroevolution) unendlich weit über die Artgrenze hinaus propagierte, wonach aus einer einzigen Urform, welcher Gott das Leben eingehaucht hatte (a.a.O. S. 678), sich durch das Gesetz des Stärkeren alle Lebewesen entwickelt haben sollen. Dabei gab er selber zu, dass die geologischen Urkunden „viel unvollständiger sind, als man gewöhnlich glaubt“ (a.a.O. S. 231) und Zwischenvarietäten fehlten (S. 428 ff.). Das ist bis heute so.

Darwin hat mit der These der „natürlichen Zuchtwahl“ als Ursache der Erschaffung aller Arten die Natur zum Teil-Gott gemacht und den Schöpfer als Rumpf-Gott stehen gelassen. Deismus eben, dogmatische Entmachtung Gottes.

Die Evolutionsthese der Abstammung aller Lebewesen aufgrund natürlicher Zuchtwahl wurde von ihm in zwei Faktoren unterteilt: Das Gesetz des Stärkeren oder Tüchtigeren (survival of the fittest) sorgt für die Erhaltung bestimmter, günstiger Merkmale der Lebewesen, die der Umwelt angepasster waren. Die Entstehung dieser Merkmale wie auch unzähliger ungünstigerer als Ausschuss, also die eigentliche Veränderung der Art, muss dieser „Auswahl“ aber vorgehen.

Wie also entstanden neue Merkmale, die dann der Umwelt zur Selektion ausgesetzt waren?

Im Gegensatz zu Darwin kennt man heute die Lebewesen bis hinein in ihr Erbgut, welches als „Programm“ ihrer Gestaltung in jeder einzelnen Zelle gespeichert und mit jeder Zellteilung neu „kopiert“ wird; und man weiss, dass es bei diesem Kopiervorgang zu Fehlern im Erbgut kommt, zu Gen-Mutationen, die in aller Regel beim weiteren Kopieren ausgemerzt, in ganz seltenen Fällen aber bestehen bleiben.

Theistische Evolutionisten, die Deismus vermeiden, die Allmacht Gottes verteidigen möchten, meinen heute, Gott habe bei der Makroevolution die Finger im Spiel und sei treibende Kraft der kleinen Veränderungen der Lebewesen mittels Gen-Mutationen, die über Jahrmillionen aufgrund der – auch von Gott gelenkten – Umweltveränderungen in neue Arten ausarten. Ein Gott des trial and error also, mit Milliardenausschuss an Lebewesen, die nicht fit genug waren.

Darwin wollte keinen fehlbaren Gott mit dieser Verantwortung. Doch wenn nicht Gott, welche andere Kraft oder Ursache soll für die Veränderung der Lebewesen zwecks Auswahl der Tüchtigsten und Ausschuss aller andern verantwortlich sein?

Seine Antwort gilt für alle Evolutionisten bis heute: Zufall. Plus Zeit.

In der Evolutionslehre zur Abstammungs-These (Makroevolution), die Darwin in seinem Kopf noch als deistische Variante entwickelte, legen die nun atheistischen Materialisten die Entstehung des Lebens, welches man nicht definieren kann, zeitlich so weit in die Vergangenheit zurück, dass kein Mensch dies je erforschen kann und „alles“ möglich erscheint; oder, wenn man merkt, dass selbst 4,5 Mia. Jahre auf Erden aufgrund ihrer Komplexität nicht zur „zufälligen“ Entstehung auch nur einer einzigen Zelle genügen, so verlegt man die Entstehung des Lebens flugs soweit ins Weltall hinaus, dass man erst gar nicht mehr ans Erforschen denkt. Und genügt ein Welt-All nicht, dann denkt man sich einfach weitere aus, Logik hin oder her. Und der unbekannten Gen-Mutationen sind ja seit Entstehung der Welt-„Alle“ so viele, dass es schon irgendwann stimmen wird – in ferner Zukunft.

Moderne Evolutionisten gehen sodann davon aus, dass die zufälligen Mutationen im Erbgut, die beim Weiterkopieren zufällig nicht ausgemerzt werden, also die doppelt zufällig bleibenden Fehler des „Kopierens“ des Erbguts, die Veränderung der Form der Lebewesen bewirken, welche dann dem Jahrmillionen langen halb notwendigen, halb zufälligen Selektionsprozess durch die zufällig veränderte Umwelt ausgesetzt sind. So soll aus einem Bein ein Flügel entstanden sein …

Was aber bedeutet Zufall?

Dazu Darwin selbst (Charles Darwin, Die Entstehung der Arten, übersetzt von Carl W. Neumann, Nikol Verlag Hamburg, 2004, S. 188):

«Ich habe bis jetzt das Wort ‹Zufall› gebraucht, wenn von Veränderungen die Rede war, die bei organischen Wesen im Zustand der Domestikation häufiger und bei solchen im Naturzustand seltener auftreten. Das Wort ‹Zufall› ist natürlich keine richtige Bezeichnung, aber sie lässt wenigstens unsere Unkenntnis der Ursachen besonderer Veränderungen durchblicken.»

Zufall ist somit nichts anderes als Gehaltlosigkeit, Gesetzlosigkeit, Unüberprüfbarkeit: kaschiertes Unwissen, Torheit. Leere statt Gott, Finsternis statt Licht.

Alles, auch das kaschierte Unwissen, bleibt Dogmatik im Sinne der Gegen-Lehre zur Bibel und hat mit der Realität und der Wahrheit nichts zu tun, sondern soll diese verschleiern und ersetzen. Zur Erinnerung: Gott darf nicht sein, jedenfalls nicht so, wie er sich in der Bibel offenbart. „Hat Gott wirklich gesagt …?“

Die hier aufgezeigten Methoden der dogmatischen Entmachtung Gottes spielen in verschiedenen Bereichen sogar weit in überzeugte christliche Kreise hinein. Doch dazu ein andermal.